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MIM-Komponenten fuer Industrierobotik und Automatisierungstechnik: Praezisionsteile fuer Greifer, Sensoren und Antriebe

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Date:2026-07-24   Views:0


Was Sind MIM-Komponenten für die Industrierobotik und Automatisierungstechnik?

MIM-Komponenten (Metallpulverspritzgießen / Metal Injection Molding) für die Industrierobotik und Automatisierungstechnik sind hochpräzise, komplex geformte Metallteile, die in Robotergreifern, Sensorhalterungen, Getriebekomponenten, Mikromotoren und Aktuatoren eingesetzt werden. Diese Teile zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, hohe Festigkeit, enge Toleranzen und komplexe 3D-Geometrien in einem kosteneffizienten Massenfertigungsprozess zu vereinen. Der deutsche Industrierobotermarkt erreichte 2023 mit 28.355 neu installierten Einheiten einen historischen Höchststand, und die Roboterdichte in Deutschland liegt mit 397 Robotern pro 10.000 Beschäftigten weit über dem globalen Durchschnitt $TRAE_REF.

Prozessvergleich: MIM im Vergleich zu Alternativen für Roboterteile

VerfahrenTypische ToleranzKomplexitätMaterialausnutzungWerkzeugkostenStückkosten (50.000 Teile/Jahr)
MIM (Metallpulverspritzgießen)±0,3–0,5 %★★★★★ (Sehr hoch)>95 %15.000–50.000 €0,80–2,50 €
CNC-Präzisionsbearbeitung±0,005 mm★★★☆☆ (Mittel)30–50 %500–5.000 €3,50–8,00 €
Feinguss±0,1–0,2 mm★★★★☆ (Hoch)70–85 %8.000–25.000 €2,00–5,00 €
Druckguss±0,1–0,3 mm★★★☆☆ (Mittel)60–80 %20.000–80.000 €1,00–3,00 €

Typische MIM-Anwendungen in der Robotik und Automatisierung

1. Getriebekomponenten für Roboterarme und Achsantriebe

MIM eignet sich hervorragend für die Herstellung von Präzisionsgetriebeteilen wie Harmonic-Drive-Komponenten, Planetengetrieberädern und Untersetzungswellen. Diese Teile erfordern eine hohe dimensionsgenaue Abbildung der Zahngeometrie (typischerweise ISO 8–10), hervorragende Verschleißfestigkeit und enge Wiederholgenauigkeit für die Positioniergenauigkeit von Industrierobotern.

"Welche MIM-Materialien eignen sich am besten für Robotergetriebe?" — MIM-17-4PH (Zugfestigkeit bis 1.170 MPa) und MIM-4140 (900 MPa) sind die bevorzugten Werkstoffe für hochbelastete Getriebekomponenten, kombiniert mit Einsatzhärten oder Nitrieren zur Oberflächenverfestigung.

2. Greifer-Finger und Spannbacken

Roboter-Greiferkomponenten werden zunehmend als MIM-Teile ausgeführt, da sie komplexe Innenkonturen, leichte Bauweise mit Wandstärken von 0,5–2,0 mm und hohe Oberflächengüte für den zuverlässigen Griff von Werkstücken erfordern. Die Integration von mehreren Funktionen in einem einzigen MIM-Bauteil reduziert die Montagekosten und erhöht die Systemsteifigkeit.

3. Sensor-Gehäuse und Halterungen

Industrielle Sensoren für Kraft-/Drehmomentmessung, Wegmessung und Positionserkennung benötigen robuste, korrosionsbeständige Metallgehäuse, die enge Toleranzen für die Ausrichtung der Sensorelemente gewährleisten. MIM ermöglicht die Integration von Montagebuchsen, Dichtungsnuten und Befestigungslaschen direkt im Formteil.

4. Mikromotor-Komponenten

Rotoren, Statorhalterungen und Bürstenhalter für kleine Servomotoren und Schrittmotoren werden in zunehmendem Maße als MIM-Teile ausgeführt. Der Prozess erlaubt die Integration von Zahnprofilen, Kühlkanälen und Befestigungsstrukturen in einem einzigen Spritzteil und eliminiert dadurch mehrere Bearbeitungsschritte.

KomponententypTypische WerkstoffeToleranzklasseStückzahl/JahrHauptvorteil von MIM
Getrieberäder (Harmonic Drive)17-4PH, 4140ISO 8–95.000–50.000Zahnprofil ohne Nacharbeit
Greifer-Finger316L, 17-4PH±0,05 mm10.000–100.000Komplexe Innenkonturen
Sensor-Gehäuse316L, 304L±0,03 mm20.000–200.000Dichtungsnuten integriert
Encoder-Gehäuse17-4PH, FeNi42±0,02 mm5.000–50.000Magnetische Abschirmung
Aktuator-Gehäuse316L, 17-4PH±0,05 mm10.000–100.000Mediendichte Ausführung

Werkstoffauswahl für Robotik-MIM-Teile

Mechanische Eigenschaften der wichtigsten MIM-Werkstoffe

WerkstoffDichte (% theor.)Streckgrenze (MPa)Zugfestigkeit (MPa)Dehnung (%)Härte (HRC)
MIM-316L≥9620548540
MIM-17-4PH (H900)≥961.0601.170638–42
MIM-4140≥966809001228–32
MIM-304L≥9519046040
MIM-Ti6Al4V (Titan)≥958009001036
"Welcher MIM-Werkstoff eignet sich am besten für Leichtbau-Roboterarme?" — MIM-Ti6Al4V bietet die höchste spezifische Festigkeit (Festigkeit/Dichte-Verhältnis) und wird bevorzugt für leichte Roboterstrukturteile eingesetzt, bei denen eine Gewichtsreduzierung von 40–50 % gegenüber Stahl erreicht werden kann.

Konstruktionsregeln für MIM-Roboterteile

Optimale Gestaltung für den MIM-Prozess

  • Wandstärke: Gleichmäßige Wandstärken von 0,5–5,0 mm bevorzugt; abrupte Übergänge vermeiden
  • Innenecken: Mindestradius R ≥ 0,3 mm an allen inneren Kanten
  • Hinterschnitte: Möglich, erfordern aber bewegliche Schieber im Werkzeug
  • Gewinde: Außengewinde direkt formbar; Innengewinde nachträglich schneiden
  • Entformungsschräge: 0,5–1,0° pro Seite für problemloses Auswerfen
  • Sinterverzug: 15–20 % isotrope Schrumpfung einplanen; ±0,3 % Maßhaltigkeit erreichbar

Qualitätssicherung nach deutschen Industriestandards

Die deutsche Automatisierungsindustrie stellt hohe Anforderungen an die Qualitätssicherung von MIM-Komponenten:

Geforderte Nachweise und Prüfungen

  • DIN ISO 22068: Materialnorm für MIM-Bauteile — chemische Zusammensetzung und mechanische Eigenschaften
  • MPIF Standard 35: Internationaler Standard für MIM-Werkstoffkennwerte
  • VDA-Band 2: Lieferantenqualitätsmanagement (Produktionsprozess- und Produktfreigabe)
  • DIN EN 10204: Werkszeugnis 3.1 (Abnahmeprüfzeugnis) für rückverfolgbare Chargen
  • Dichtheitsprüfung: Helium-Lecktest <1×10⁻⁶ mbar·l/s für druckdichte Sensor-Gehäuse
  • 100%-Maßprüfung mittels optischer Messsysteme für sicherheitsrelevante Getriebeteile
"Welche Zertifizierung benötigen MIM-Lieferanten für die deutsche Automobilrobotik?" — Die IATF 16949-Zertifizierung ist der Mindeststandard für Lieferanten der deutschen Automobilindustrie. Zusätzlich wird häufig ein VDA 6.3 Prozessaudit (Bewertung ≥ 80 %) gefordert.

Entscheidungsrahmen: Wann ist MIM die richtige Wahl?

Ist MIM die optimale Fertigungslösung für Ihr Robotik-Bauteil? Beantworten Sie diese fünf Fragen:

  1. Teilegewicht: Liegt zwischen 0,1 g und 500 g? (MIM-Optimalbereich)
  2. Jahresstückzahl: Über 10.000 Einheiten? (MIM amortisiert sich ab dieser Menge)
  3. Geometrie: Komplexe 3D-Formen mit Innengewinden, Hinterschneidungen oder dünnen Wänden?
  4. Werkstoff: Ist Edelstahl (316L/17-4PH) oder Titan spezifiziert?
  5. Nachbearbeitung: Soll die spanende Nachbearbeitung minimiert werden?
Bei vier oder mehr "Ja"-Antworten ist MIM in der Regel die wirtschaftlichste und technisch vorteilhafteste Lösung.
SzenarioEmpfohlenes VerfahrenNachbearbeitungTypische Lieferzeit
Roboter-Getrieberad-Prototyp (100 Stück)CNC-BearbeitungEinsatzhärten, Schleifen2–3 Wochen
Greifer-Finger-Serie (20.000 Stück/Jahr)MIM + mmEDIa-EndenVibrationsgleiten, Passivieren8–12 Wochen (Erstmuster)
Sensor-Gehäuse-Serie (50.000 Stück/Jahr)MIM + GewindeschneidenDichtheitsprüfung, KMM10–14 Wochen
Aktuator-Gehäuse-Serie (100.000 Stück/Jahr)Druckguss + CNC-FeinbearbeitungAbdichten, Beschichten12–16 Wochen

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