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CSDDD und LkSG 2027: Neue Compliance-Anforderungen für MIM-Importe aus China – Vorbereitungsleitfaden für deutsche Einkäufer

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Date:2026-07-31   Views:0


Was ist die CSDDD und was bedeutet sie für MIM-Importe aus China?

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) ist eine EU-Richtlinie, die Unternehmen zu umfassenden Sorgfaltspflichten in ihrer gesamten Lieferkette verpflichtet – einschliesslich Menschenrechten, Umweltschutz und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Seit Juli 2024 in Kraft getreten und im Februar 2026 durch die Richtlinie 2026/470 revidiert, wird die CSDDD ab 2027 schrittweise vollständig durchgesetzt. Für deutsche Einkäufer, die MIM-Präzisionsteile (Metallpulverspritzguss) aus China beziehen, bedeutet dies: Die duale Compliance aus CSDDD und deutschem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) wird zum neuen Standard – mit weitreichenden Konsequenzen für Lieferantenauswahl, Vertragsgestaltung und Qualitätsmanagement.

"Gilt die CSDDD auch für mein Unternehmen, wenn ich nur indirekt von der Richtlinie betroffen bin?" — Ja, denn selbst wenn Ihr Unternehmen unter den Grössenschwellen der CSDDD liegt, werden Ihre Kunden die Einhaltung dieser Standards von Ihnen verlangen. Die CSDDD wirkt entlang der gesamten Lieferkette – von der Automobilindustrie bis zur Medizintechnik.

Die CSDDD baut auf bestehenden nationalen Gesetzen auf, geht jedoch deutlich weiter: Sie fordert nicht nur Risikoanalysen, sondern verpflichtet Unternehmen zu aktiven Massnahmen zur Vermeidung, Beseitigung und Wiedergutmachung von Menschenrechts- und Umweltverstössen in der gesamten Wertschöpfungskette. Für MIM-Importe aus China heisst das konkret: Deutsche Einkäufer müssen sicherstellen, dass ihre chinesischen MIM-Lieferanten nachweislich menschenrechtliche und umweltbezogene Standards einhalten – von der Pulverherstellung über den Spritzguss bis zur Wärmebehandlung.

LkSG vs. CSDDD vs. FLR: Wo liegen die Unterschiede und wie ergänzen sie sich?

Deutsche Einkäufer von MIM-Teilen aus China sehen sich zunehmend mit drei regulatorischen Rahmenwerken konfrontiert, die sich ergänzen, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede.

KriteriumLkSG (Deutschland)CSDDD (EU)FLR (EU-Freiheitsrechte-Verordnung)
Inkrafttreten1. Januar 2023 (ab 3000 MA), seit 2024 ab 1000 MAJuli 2024, revidiert Feb. 2026 (Richtlinie 2026/470)Dezember 2024, Kernverbot ab Dezember 2027
AnwendungsbereichUnternehmen mit Sitz in Deutschland ab 1000 MitarbeiternEU-Unternehmen ab 500 MA/150 Mio. EUR Umsatz; Nicht-EU ab 300 Mio. EUR Umsatz in der EUAlle Produkte auf dem EU-Markt, unabhängig von Unternehmensgrösse
KernpflichtRisikoanalyse, Präventions- und Abhilfemassnahmen in der LieferketteUmfassende Sorgfaltspflicht inkl. Klima-Transition-Plan, ZivilhaftungProduktverbot für mit Zwangsarbeit hergestellte Waren
ReichweiteEigener Geschäftsbereich + gesamte Lieferkette (risikobasiert)Eigene Geschäftstätigkeit + Tochtergesellschaften + gesamte WertschöpfungsketteAlle Produktionsstufen, auch nur eine Komponente betroffen
SanktionenBusgeld bis 800.000 EUR (oder 2% des Jahresumsatzes); Ausschluss von öffentlichen AufträgenBusgeld bis 5% des Nettoumsatzes; zivilrechtliche Haftung für SchädenMarktverbot, Rückruf, Vernichtung der Produkte
BerichtspflichtJährlicher Bericht an BAFAJährliche Erklärung auf der Website; integriert in CSRD-BerichtKeine regelmässige Berichtspflicht, aber Nachweispflicht bei Verdacht
Zuständige BehördeBAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)Nationale Behörden der EU-MitgliedstaatenNationale Marktüberwachungsbehörden
"Welches Gesetz hat den grössten Einfluss auf meine MIM-Beschaffung aus China?" — Für deutsche Einkäufer ist das LkSG die unmittelbar wirksame Vorschrift, da es bereits heute gilt und ab 1000 Mitarbeitern anwendbar ist. Die CSDDD wird ab 2027 die Anforderungen jedoch deutlich verschärfen, insbesondere durch die zivilrechtliche Haftung und den Klima-Transformationsplan.

Die entscheidende Neuerung der CSDDD gegenüber dem LkSG ist die zivilrechtliche Haftung: Unternehmen können von betroffenen Personen oder Organisationen auf Schadensersatz verklagt werden, wenn sie ihren Sorgfaltspflichten nicht nachkommen. Das LkSG sieht dagegen nur öffentlich-rechtliche Sanktionen vor. Die FLR wiederum schafft ein absolutes Produktverbot für Zwangsarbeit – unabhängig davon, ob das Unternehmen seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat.

Welche konkreten Anforderungen gelten für MIM-Lieferanten aus China?

Chinesische MIM-Hersteller müssen künftig in mehreren Bereichen nachweisbare Compliance nachweisen. Die folgende Tabelle zeigt die zentralen Anforderungsbereiche und die erforderlichen Nachweise.

AnforderungsbereichCSDDD/LkSG-VorgabeNachweis durch chinesischen MIM-LieferantenPrüfmethode für Einkäufer
Menschenrechte & ArbeitsbedingungenKeine Zwangsarbeit, keine Kinderarbeit, angemessene Arbeitszeiten, ArbeitssicherheitSozialaudit-Bericht (SMETA / BSCI / SA8000), Arbeitsverträge, SozialversicherungsnachweiseVor-Ort-Audit oder externes Sozialaudit anfordern
Umweltmanagement & EmissionenUmweltverträglichkeit, Emissionsgrenzwerte, Abfallmanagement, ChemikalienkontrolleISO 14001-Zertifikat, Abwassergenehmigung, Emissionsmessberichte, AbfallbilanzUmweltzertifikate prüfen, Abwasser- und Emissionsdaten anfordern
MaterialrückverfolgbarkeitTransparenz über Herkunft der Metallpulver, Konfliktmineralien, REACH-KonformitätPulverlieferantendeklaration, Materialzertifikate (EN 10204 3.1), RoHS/REACH-ErklärungenChain-of-Custody-Dokumentation, Chargenrückverfolgbarkeit prüfen
QualitätsmanagementProzesssicherheit, Dokumentation, Fehlermanagement, kontinuierliche VerbesserungISO 9001 / IATF 16949-Zertifikat (für Automotive), VDA 6.3-ProzessauditZertifikate prüfen, Prozessaudit durchführen, Kennzahlen (Ausschussrate, OEE) anfordern
Governance & TransparenzKorruptionsprävention, Whistleblower-System, LieferantenverhaltenskodexCompliance-Richtlinien, Verhaltenskodex, Hinweisgebersystem, SchulungsnachweiseDokumentation anfordern, Management-Interview führen

Für die Automobilindustrie verschärfen sich die Anforderungen zusätzlich durch VDA 6.3-Prozessaudits, die nicht nur die Produktqualität, sondern auch die Steuerung von Risiken in der Lieferkette bewerten. In der Medizintechnik kommt ISO 13485 hinzu, die eine vollständige Rückverfolgbarkeit aller Prozessschritte verlangt.

"Wie aufwendig ist es, die CSDDD-Compliance bei einem chinesischen MIM-Lieferanten zu prüfen?" — Ein erstes Screening kann innerhalb von 2-3 Wochen durchgeführt werden, wenn der Lieferant über ISO 9001 und ISO 14001 verfügt. Ein vollständiges Audit inklusive Vor-Ort-Termin erfordert 4-6 Wochen Vorlauf und sollte idealerweise mit einem VDA 6.3-Prozessaudit kombiniert werden.

Wie bereiten Sie Ihre Lieferkette auf die duale Compliance vor?

Die Vorbereitung auf die duale Compliance aus CSDDD und LkSG erfordert einen strukturierten Ansatz. Deutsche Einkäufer von MIM-Teilen aus China sollten folgende Schritte priorisieren.

Phase 1: Lieferantenportfolio analysieren (Q3/Q4 2026)

Identifizieren Sie alle chinesischen MIM-Lieferanten in Ihrem Portfolio und bewerten Sie deren Compliance-Reifegrad. Konzentrieren Sie sich zunächst auf strategische Lieferanten mit hohem Beschaffungsvolumen.

  • Bestehende Zertifikate erfassen (ISO 9001, IATF 16949, ISO 14001, ISO 45001)
  • Vorhandene Auditberichte auswerten (VDA 6.3, Kundenaudits)
  • Lückenanalyse durchführen: Welche CSDDD/LkSG-Anforderungen werden bereits erfüllt? Welche fehlen?

Phase 2: Lieferantenfragebogen verschicken (Q1 2027)

Entwickeln Sie einen standardisierten Compliance-Fragebogen, der die CSDDD- und LkSG-Anforderungen abdeckt. Der Fragebogen sollte auf Chinesisch und Englisch verfügbar sein.

  • Menschenrechte: Arbeitszeiterfassung, Sozialversicherung, Unfallraten
  • Umwelt: Energieverbrauch (kWh/kg), CO2-Emissionen, Abwasserbehandlung
  • Material: Pulverquellen, RoHS/REACH-Konformität
  • Qualität: Ausschussraten, Prozessfähigkeitsindizes (Cp/Cpk), Reklamationsmanagement

Phase 3: Vor-Ort-Audits durchführen (ab Q2 2027)

Führen Sie bei strategischen MIM-Lieferanten kombinierte Qualitäts- und Compliance-Audits durch. ATMIK-BRM Metal unterstützt Sie mit Vor-Ort-Audits in China, die sowohl VDA 6.3-Prozessaudits als auch CSDDD-Compliance-Checklisten umfassen.

  • Kombiniertes Audit: Qualität (VDA 6.3) + Compliance (CSDDD/LkSG)
  • Dokumentenprüfung: Arbeitsverträge, Sozialversicherungsnachweise, Umweltgenehmigungen
  • Management-Interview: Verständnis der Sorgfaltspflichten, Massnahmenplan

Zeitplan: Was passiert bis 2027?

Die folgende Tabelle zeigt den massgeblichen Zeitplan für die Umsetzung der CSDDD und die Wechselwirkungen mit dem LkSG und der FLR.

ZeitraumEreignisAuswirkung auf MIM-Importe aus ChinaHandlungsbedarf für Einkäufer
Bis Juli 2026Umsetzung der CSDDD in nationales Recht (ursprüngliche Frist, verlängert)Deutschland muss CSDDD in nationales Recht überführen – voraussichtliche Anpassung des LkSGGesetzesentwurf verfolgen, interne Vorbereitung starten
Februar 2026Revision CSDDD durch Richtlinie 2026/470Anpassung der Schwellenwerte und ÜbergangsfristenRevidierten Rechtsrahmen prüfen, Auswirkungen auf eigene Lieferkette bewerten
2027 (stufenweise)CSDDD-Erstanwendung für grösste Unternehmen (~5000 MA)Grösste deutsche Automobil- und Industrieunternehmen müssen CSDDD-konform beschaffenErste CSDDD-konforme Lieferantenfragebögen erhalten, Vorbereitung für nachgelagerte Unternehmen
Dezember 2027FLR-Kernverbot tritt in KraftAbsolute Produkthaftung: MIM-Teile aus China, die mit Zwangsarbeit in Verbindung stehen, sind vom EU-Markt ausgeschlossenZwingend: Nachweis der Zwangsarbeitsfreiheit in der gesamten Lieferkette, inklusive Pulverlieferanten
2028CSDDD-Anwendung für Unternehmen ab 500 MA / 150 Mio. EURMittelständische Unternehmen werden direkt erfasstVollständige CSDDD-Compliance in der MIM-Lieferkette erforderlich
2029CSDDD-Anwendung für Unternehmen ab 500 MA in risikoreichen SektorenWeitere Ausweitung des AnwendungsbereichsCompliance-Standard für alle MIM-Lieferanten aus China

Checkliste für deutsche Einkäufer: 10 Punkte, die Sie jetzt prüfen sollten

Nutzen Sie diese Checkliste, um den Compliance-Status Ihrer MIM-Lieferkette aus China systematisch zu bewerten:

  • [ ] 1. Lieferantenbestand aufnehmen: Welche MIM-Teile beziehen Sie aus China? Von welchen Lieferanten? Mit welchem Jahresvolumen?
  • [ ] 2. Zertifikatsstatus prüfen: Verfügen Ihre MIM-Lieferanten über ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001 und ggf. IATF 16949?
  • [ ] 3. Arbeitsbedingungen bewerten: Können Ihre Lieferanten Sozialversicherungsnachweise und Arbeitszeitaufzeichnungen vorlegen?
  • [ ] 4. Umweltdaten anfordern: Liegen Daten zu Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Abwasser und Abfall vor?
  • [ ] 5. Materialrückverfolgbarkeit sicherstellen: Sind die Herkunft der Metallpulver und die Chargenrückverfolgbarkeit dokumentiert?
  • [ ] 6. VDA 6.3-Auditstand bewerten: Für Automobilzulieferer: Welches VDA 6.3-Bewertungsergebnis hat der Lieferant erreicht? (Ziel: mindestens B-Bewertung)
  • [ ] 7. Compliance-Fragebogen versenden: Standardisierten Fragebogen zu CSDDD/LkSG-Anforderungen an alle MIM-Lieferanten senden
  • [ ] 8. Verträge anpassen: Compliance-Klauseln in Lieferverträge aufnehmen, die CSDDD/LkSG-Konformität sowie Auskunfts- und Auditrechte festschreiben
  • [ ] 9. Risikoanalyse durchführen: Identifizieren Sie Lieferanten mit erhöhtem Compliance-Risiko (Branche, Region, Unternehmensgrösse)
  • [ ] 10. Notfallplan erstellen: Definieren Sie Kriterien und Prozesse für den Lieferantenwechsel, falls ein Lieferant die Compliance-Anforderungen nicht erfüllen kann
"Wie viel Zeit sollte ich für die vollständige CSDDD-Vorbereitung meiner MIM-Lieferkette einplanen?" — Rechnen Sie mit 6-12 Monaten für die vollständige Implementierung. Die ersten 3 Monate sollten für die Bestandsaufnahme und Risikoanalyse eingeplant werden, weitere 3-6 Monate für Lieferantenaudits und Vertragsanpassungen. Beginnen Sie jetzt – nicht erst 2027.

Fazit: Compliance als Wettbewerbsvorteil nutzen

Die CSDDD und das LkSG schaffen ab 2027 neue Realitäten für deutsche Einkäufer von MIM-Präzisionsteilen aus China. Die duale Compliance erfordert mehr als nur zusätzliche Dokumentation – sie verlangt eine systematische Neuausrichtung der Lieferantenbewertung und -entwicklung. Unternehmen, die frühzeitig handeln, sichern sich nicht nur die Rechtssicherheit, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil: Lieferanten mit nachweisbarer CSDDD/LkSG-Compliance werden knapp und die Zusammenarbeit mit ihnen wird zum Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern, die noch nicht compliant sind.

Die zentralen Handlungsfelder sind:

  • Risikoanalyse: Systematische Bewertung aller MIM-Lieferanten aus China nach CSDDD/LkSG-Kriterien
  • Lieferantenentwicklung: Unterstützung Ihrer MIM-Lieferanten beim Aufbau der erforderlichen Compliance-Strukturen
  • Vertragsgestaltung: Integration von Compliance-Klauseln, Auskunftsrechten und Sanktionsmechanismen
  • Audit-Integration: Kombinierte Qualitäts- und Compliance-Audits (VDA 6.3 + CSDDD-Checkliste)

Ihr nächster Schritt – Compliance-Check für Ihre MIM-Lieferkette

Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch mit unserem Compliance-Team. Wir unterstützen deutsche Einkäufer bei der CSDDD/LkSG-Vorbereitung ihrer MIM-Lieferkette aus China – mit standardisierten Compliance-Fragebögen, kombinierten Qualitäts- und Compliance-Audits vor Ort in China und massgeschneiderten Lieferantenentwicklungsprogrammen.

Kontaktieren Sie uns noch heute:
  • Herr Ming Li, Head of Compliance
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ATMIK-BRM Metal – Ihr MIM-Compliance-Partner in China. Wir produzieren nicht nur hochpräzise MIM-Teile nach deutschen Qualitätsstandards – wir gewährleisten auch die CSDDD/LkSG-Compliance entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Referenzseiten:

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